Der vdp-Immobilienpreisindex Q2.2022 meldet Zahlen für Immobilienpreise und -mieten, die vom aktuellen Weltgeschehen unbeeindruckt erscheinen:

Kapitalwerte Neuvertragsmieten
Objektart Q2/’21-Q2/’22 Q2/’20-Q2/’21 Q2/’21-Q2/’22 Q2/’20-Q2/’21
Selbst genutzte Wohneigentum +11,6% +10,9% ./. ./.
Mehrfamilienhäuser 8,6% +10,5% +4,4% +3,3%
Büro- und Verwaltungsgebäude +4,1% -0,4% +2,8% -1,0%
Einzelhandelsobjekte -3,5% -2,6% -1,9% -1,5%

Doch die Studienautoren weisen darauf hin, dass Verkaufsprozesse bei Immobilien relativ lange dauern. Effekte aus zum Beispiel der EZB-Zinserhöhung vom 21. Juli beziehungsweise dem bereits seit Jahresbeginn gestiegenen Langfrist-Zinssätzen schlagen sich daher erst zeitversetzt in den Preisen nieder.

Bein monatlichen EPX von Europace sieht es zumindest nach einer Delle im Preiswachstum aus:

Quelle: Europace AG

Bis Mai bewegten sich alle Teilindices noch auf einem Wachstumspfad, im Juni und mehr noch im Juli fielen die Indikatoren. Eine Trendumkehr muss dies nicht bedeuten, denn gleichzeitig steigen aktuell die Mieten und die Baupreise, während die Fertigstellungen zurückgehen. Entsprechend stellt das empirica Blasenindex 2022q2 fest, dass sich die Blasengefahr tendenziell reduzieren dürfte.

Schlechte Laune herrscht bei den Immobilienfinanzierern gemäß Deutscher Immobilienfinanzierungsindex Q2 2022: War der DIFI im Q1 noch leicht positiv, sank er im Q2 von -44,5 und damit fast auf den bisherigen (Corona-)Tiefstand vom Q2/2020. Der finanzierte Loan-to-Value liegt sowohl für Core- als auch für Value-Add-Wohnimmobilien derzeit bei ca. 60%.