Das BF.Quartalsbarometer Q2/2022 sank auf -12,01 Punkte nach -1,45 Punkten im Vorquartal. Nach Definition des Barometers stehen damit die Zeichen auf Sturmim Sinne einer Kreditkrise. Einher geht dieser Einbruch damit, dass ca. zwei Drittel der teilnehmenden Finanzierer von einer restriktiveren Kreditpolitik berichten. Zugleich sprangen die typischen Kreditmargen deutlich nach oben, und zwar auf 193 bp (von zuvor 168 bp) für gewerbliche Bestandsfinanzierungen und auf 283 bp (von zuvor 245 bp) für Projektentwicklungen. Die finanzierten LTV bzw. LTC blieben dabei relativ konstant. Da nicht nur die Margen steigen, sondern auch die Swapsätze als Ausgangspunkt dieser Margen, haben sich die Zinskonditionen seit Jahresbeginn somit erheblich verteuert.

In zwei Berichten zur Immobilienkonjunktur im 1. Quartal 2022 ist der Tenor jeweils eher verhalten, auch wenn der Ukraine-Krieg in diesen Quartalszahlen erst teilweise Eingang fand. Der REECOX 01-2022 sank für den Immobilienmarkt Deutschland um -3,5% gegenüber Dezember 2021 auf 248,0 Punkte. Der auf deutsche Büroimmobilien fokussierte pbbiX 2022|Q1 stieg zwar weiter auf -0,20 Punkte, die Autoren weisen zugleich jedoch auf vielfältige Unwägbarkeiten und Belastungen hin.

Bezogen auf deutsche Wohnimmobilien stieg der empirica-Blasenindex I/2022 um 0,05 Punkte auf +0,44 Punkte und zeigt damit eine hohe Blasengefahr an. Die Autoren sehen die relative Preiskluft zwischen ETW-Preisen und Mieten – und damit das Rückschlagpotenzial bei den Preisen – bei 33%.