Immobilienpreise und -mieten setzten 2021 ihre Trends des Vor(krisen)jahres 2020 fort, und zwar jeweils noch deutlicher. Dies legt jedenfalls ein Blick auf den aktuellen vdp-Immobilienindex Q4/2021 nahe:

Kapitalwerte Neuvertragsmieten
Objektart Q4/’20-Q4/’21 Q4/’19-Q4/’20 Q4/’20-Q4/’21 Q4/’19-Q4/’20
Selbst genutzte Wohneigentum  +12,4% +8,5% ./. ./.
Mehrfamilienhäuser  9,1% +6,7% +3,3% +2,8%
Büro- und Verwaltungsgebäude  +2,1% +1,7% +0,3% +0,7%
Einzelhandelsobjekte -4,1% -2,0%  -2,5% -1,4%

Bei selbst genutztem Wohneigentum (d.h. Eigentumswohnungen, Ein- und Zweifamilienhäusern) stiegen die Kapitalwerte zweistellig. Das ist seit Beginn der vdp-Indexreihe 2003 erstmalig dieses Jahr passiert. Nicht umsonst ist auch der empirica-Blasenindex Q4/2021 (vor allem wegen höherer Preis-Einkommen-Relation) weiter gestiegen; die Autoren verweisen zudem darauf, dass absehbare Klimamaßnahmen nicht nur preistreibend, sondern auch entwertend wirken könnten.

Das andere Extrem unter den vdp-Marktsektoren stellen Einzelhandelsobjekte dar. Hier erreichten die Wert- und die Mietentwicklung neue Tiefstwerte, d.h. lagen sogar noch unter der Veränderungsrate im Lockdown-Jahr 2020.

Büroobjekte hielten insgesamt ihr Preis- und Mietniveau. Für die deutschen Top-5-Bürostandorte kam JLL beim Victor Q4/2021 auf eine Wertentwicklung (Capital Return) von +5,4%. Zusammen mit dem Income Return von +2,8% ergibt dies einen Total Return von +8,2%. Zum Vergleich: Der DAX kam auf eine Jahresveränderung von + 15,8%, der Immobilienaktienindex DIMAX auf -3,1% (jeweils Basis Schlusskurse, nicht Quartalswerte wie bei Immobilienindices).