Der neue Finanzstabilitätsbericht 2021 der Deutschen Bundesbank kommt für Gewerbeimmobilien zu dem Ergebnis, dass „für wichtige Segmente […] die Corona-Pandemie einen Strukturwandel ausgelöst oder beschleunigt [hat]“. Probleme könnten konkret bei Businesshotels und im Einzelhandel entstehen; bei Büros steht dem Homeoffice-Trend ein Flächenmehrbedarf wegen Hygieneabständen gegenüber. Grundsätzlich stützend dürfte allerdings sein, dass auch dank der entschiedenen Hilfsmaßnahmen der Umfang der Unternehmensinsolvenzen geringer ausfallen sollte als zu Beginn der Pandemie befürchtet.

Ähnlich führten die Stützungsmaßnahmen dazu, dass die Arbeitslosigkeit bisher nur geringfügig wuchs und sich somit auch Risiken bei Mietwohnungen und privaten Immobilienkrediten nicht in der Breite materialisierten. Die Deutsche Bundesbank erwartet für die nächste Zeit eine rückläufige Arbeitslosenquote und steigende Beschäftigung, was einen weiteren Preisanstieg bei Wohnimmobilien unterstützen dürfte. Rückschlagrisiken könnten sich daher eher aus unerwartet höherer Inflation oder höheren Kreditzinsen ergeben:

Die Preisübertreibungen am Wohnimmobilienmarkt haben tendenziell zugenommen. Nach Schätzungen der Bundesbank lagen sie im Jahr 2020 in Deutschland insgesamt zwischen 10% und 30%. […] Sofern [ein] Inflations- und Zinsszenario mit einer positiven konjunkturellen Entwicklung und entsprechend verbesserten Einkommensaussichten einhergeht, würde die Nachfrage nach Wohneigentum insgesamt eher gestärkt und die Preise dürften weiter steigen.

Ganze 28 Seiten widmet der diesjährige Finanzstabilitätsbericht den Klimarisken. Berichtet wird unter anderem über Szenariorechnungen für Wohnimmobilien. Methodisch wurde dabei der Barwert der Energie-Mehrkosten gebildet und in Bezug zur heutigen Bewertung energetisch effizienter Häuser gesetzt. Für das Szenario „Net Zero 2050“ des NGFS (Network of Central Banks and Supervisors for Greening the Financial System) ergab sich so ein potenzieller Wertverlust von bis zu 13% für den gesamtdeutschen Bestand an Wohnimmobilien:

Die hierdurch erhöhten Verlustraten bei Kreditausfall dürften für deutsche Banken verkraftbar sein. […] Für die Finanzstabilität scheinen demnach aus Transitionsrisiken am Wohnimmobilienmarkt nur moderate Risiken auszugehen.

Der pbbIX Q3/2021 der Deutschen Pfandbriefbank verzeichnet eine leichte Erholung auf -0,91 Punkte. Damit bewegt sich dieser Indikator für die deutschen Büromärkte allerdings immer noch im negativen Bereich. Beim Teilaspekt Flächenmarkt senden eine (etwas unter dem Niveau 2016-2019) stabilisierte Flächennachfrage sowie immer noch steigende Spitzenmieten positive Signale, während der Büroflächenleerstand weiter zunimmt. Beim Teilaspekt Investmentmarkt spricht das Investmentvolumen ebenfalls für eine Stabilisierung (etwas unter dem Niveau 2015-2019); die Anfangsrenditen gaben weiter leicht nach.

Ebenfalls stabil erwies sich der REECOX Q3/2021 der Deutschen Hypo mit einem Rückgang um 0,5%. Während sich die berücksichtigten Konjunkturindikatoren im 3. Quartal verbesserten, fielen die Teilkomponenten DAX und der DIMAX.