Kurz vor der Expo Real (11.-13. Oktober 2021) trafen positive Stimmungssignale aus der Immobilienbranche ein.

Der ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex Q3/2021 zeigte einen leichten Gesamtanstieg gegenüber dem Vorquartal (+0,7 auf +39.2). Die beiden Teilindikatoren entwickelten sich allerdings unterschiedlich: Die Lageeinschätzung verbesserte sich klar (+10,6 auf +71,7), während die Erwartungen deutlich zurückgingen (-7,3 auf nur noch +10,6). Der Blick auf die einzelnen Assetklassen zeigt, dass die Erwartung vor allem im Wohnsegment stark rückläufig war und in den negativen Bereich rutschte. Alles in allem liegen die meisten Indikatoren wieder ungefähr auf ihrem Niveau vor dem ersten Corona-Lockdown.

Ähnlich positive entwickelte sich der Deutsche Immobilienfinanzierungsindex Q3/2021 von JLL und ZEW: Nachdem die Finanzierungserwartungen bereits letztes Quartal positiv wurden, folgte nun die Einschätzung der Finanzierungssituation; diese war zuletzt im Q3/2019 über der Nulllinie. Der Gesamtindikator wechselte damit ebenfalls sein Vorzeichen und erreichte ein Niveau, welches er zuletzt Ende 2016 gesehen hatte. Während seinerzeit die einzelnen Assetklassen ungefähr gleichauf lagen, ist dies aktuell nicht ganz der Fall. Auch bei Finanzierungen ging jedoch die Einschätzung von Wohnen zurück, zugleich verbesserten sich die Teilindikatoren für alle anderen Segmente, so dass eine Annäherung auf dem Wege scheint.

Zum rückläufigen Stimmung im Wohnsegment passt, dass der immowelt Mietkompass Q3/2021 von teilweise gesunkenen (Angebots-)Mietpreisen berichtet. Von den 14 untersuchten Großstädten wiesen nur noch fünf einen Mietanstieg gegenüber dem Vorquartal auf, sechs zeigten eine Stagnation, und bei drei (Frankfurt, Stuttgart, Dortmund) kam es zu einem Rückgang.

Die Angebotsmiete wuchs nach dieser Studie insbesondere noch in Berlin (Q3/’21: 9,39 €/m² vs. Q1/’21: 9,06 €/m² für die betrachtete Standardwohnung). Hier könnten Nachholeffekte eine Rolle spielen, nachdem der Berliner Mietendeckel aus dem Jahre 2019 vom 2. Senat des Bundesverfassungsgerichtes im März 2021 wieder gekippt worden war. Die spezielle Dynamik des Berliner Wohnungsmarktes dürfte auch zukünftig interessant bleiben, wurde doch der Beschlussentwurf „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ per Volksabstimmung angenommen.