Die Schere zwischen Wohnimmobilien und Gewerbeimmobilien geht gemäß vdp-Immobilienindex Q2/2021 weiter auseinander, und zwar sowohl bei den Kapitalwerten als auch bei den Mieten.

Objektart Kapitalwerte
Q2/’20-Q2/’21
Neuvertragsmieten
Q2/’20-Q2/’21
Selbst genutzte Wohneigentum +10,9% ./.
Mehrfamilienhäuser +10,5% +3,3%
Büro- und Verwaltungsgebäude -0,4% -1,0%
Einzelhandelsobjekte -2,6% -1,5%

Bei Wohnobjekten sind nicht nur die Kapitalwerte auf neuem Allzeithoch, auch die Zuwachsrate (relativ zum Vorjahrsquartal) liegt für selbst genutztes Wohneigentum zum ersten Mal seit Beginn der vdp-Zeitreihe 2003 im zweistelligen Prozentbereich.

Über 10% betrug ebenso die Steigerungsrate für Kapitalwerte von Mehrfamilienhäusern; dies war im Betrachtungszeitraum bisher erst einmal (Q1/’17-Q1/’18) passiert. Die Neuvertragsmieten stiegen auf Jahressicht hingegen um 3,3% und damit nahe am Durchschnitt der Zeit seit der Finanzkrise 2008/09.

Für Büro- und Einzelhandelsobjekte befinden sich die Kapitalwert- und Neuvertragsindices deutschlandweit jeweils noch unter dem Niveau von Q2/’20, d.h. im ersten Lockdown. Für die Top-5 Bürostandorte in Deutschland kommt der VICTOR Q2/2021 von JLL hingegen auf eine Jahreswertveränderung von +5,5%. Diese relative Überperformance in den Immobilienzentren bei Büros zeigt sich bei Wohnimmobilien gemäß vdp hingegen nicht, denn die dort analysierten Top-7 weisen geringere Zuwächse bei den Kapitalwerten und Neuvertragsmieten auf.

Die Perspektive für Büroimmobilien scheint sich jedoch aufzuhellen. So verzeichnete der pbbiX 2021|Q2 der Deutsche Pfandbriefbank eine Trendwende, bleibt allerdings im negativen Bereich. Der breitere REECOX-Index 02-2021 der Deutsche Hypo stiegt ebenso deutlich an.

Erstmals seit Anfang 2018 im positiven Bereich bewegt sich nun wieder das BF-Quartalsbarometer Q3|2021, d.h. die Stimmung bei den Immobilienfinanzierern ist klar aufgehellt. Dies mag auch an stabilen Margen bei gleichzeitig gesunkenen LTVs liegen. Überwiegend wird nun ein ansteigendes Neugeschäftsvolumen erwartet. Die Teilmärkte werden allerdings differenziert gesehen: Während jeweils 93% der befragten Institute Büro- und Wohnimmobilien grundsätzlich finanzieren, wollen dies nur 37% für Shoppingcenter/Einzelhandelsimmobilien tun. Logistikimmobilien kommen auf 77%, während  Hotels nur bei 17% der Institute eine Chance erhalten.