Wie schon im Mai zeigen sich die Marktindikatoren derzeit zweigeteilt. Die allgemeinwirtschaftlichen Stimmungsindikatoren befinden sich überwiegend im pessimistischen Territorium. Eine Ausnahme stellen die ZEW-Konjunkturerwartungen dar, die im zweiten Monat in Folge deutlich positiv waren; der zugehörige Lageindikator blieb allerdings klar negativ.

Ist es auf dem Immobilienmarkt nur der zeitliche Abstand zwischen Verhandlung und Transaktion, so dass sich in den aktuellen Daten noch die Vor-Corona-Zeit zeigt? Für Q1/2020 berichtet der vdp jedenfalls von kontinuierlich gestiegenen Werten und Mieten. Der VICTOR von Jones Lang LaSalle stieg gegenüber Q4/2019 immerhin noch um 0,7%.

Einen Rückgang für Q1/2020 verzeichneten der REECOX der Deutschen Hypo und der pbbIX der Deutschen Pfandbriefbank. Diese beruhen allerdings auf mehreren Indikatoren für die Immobilienkonjunktur, etwa den Aktienkursen (REECOX) oder dem realen Bruttoinlandsprodukt (pbbIX), so dass hier letztlich die allgemeinwirtschaftliche Stimmung widergespiegelt wird. Diese in den Indikator aufzunehmen deutet insofern darauf hin, dass ihnen von den Index-erstellenden Banken Relevanz für den Immobilienmarkt zugeordnet wird.

Beim monatlichen EPX hedonic von Europace war in April jedoch keine Abflachung, geschweige denn eine Trendwende zu erkennen. Dies kann rein technisch am erwähnten Zeitaspekt liegen. Der hierin ausschließlich abgebildete Trend bei den Wohnimmobilienpreisen (ohne Mehrfamilienhäuser) könnten auch tatsächlich am ehesten unberührt ins „neue Normal“ übergehen, zumindest in den bisher schon gefragten Gegenden und Lagen.