Die gesamtwirtschaftlichen Indikatoren, in der Grafik links, zeigen schon einen Corona-Effekt; die immobilienwirtschaftlichen Indikatoren, in der Grafik rechts, zeigen ihn (noch?) nicht.

Zuerst die Gesamtwirtschaft: Der ifo-Geschäftsklimaindex brach im März 2020 von 96,0 auf 86,1 Punkte ein; typisch sind Monatsschwankungen von einem Punkt. Während die Lageeinschätzung „nur“ von 99,0 auf 93,0 fiel, stürzten die Erwartungen von 93,1 auf 79,7 ab. Der ZEW-Finanzmarkttest hatte bereits im Vormonat nachgegeben, der seinerzeit schon mit dem Coronavirus begründete Rückgang um 18 Punkte wurde vom aktuellen Indexverlust um 58,2 Punkte bei weitem übertroffen. Ein ähnliches Bild gibt sich bei quasi allen allgemeinen Indikatoren. Die Europäische Kommission weist in ihrem Bericht zum Economic Sentiment Index zudem darauf hin, dass das Erheben der Daten erschwert war („… there are considerable differences across countries as to when the fieldwork effectively stalled due to containment measures enacted to combat the spread of the virus“).

Und die Immobilienwirtschaft? Preisdaten für den März sind noch nicht verfügbar, und die aktuellen Stimmungsindikatoren stammen normalerweise noch aus der Zeit vor dem Lockdown. Der Immobilienindex des IW Köln stieg sogar im 1. Quartal 2020 leicht gegenüber dem Vorquartal. Nahezu stabil blieb der Deutsche Immobilienfinanzierungsindex. Dieser zeigte im 1. Quartal 2020 sogar eine merklich verbesserte Einschätzung für das Teilsegment Einzelhandel. Mit dem Lockdown dürfte sich dies jedoch bis zur nächsten Indexausgabe ändern, wenn es zu Insolvenzen (z.B. Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens von Vapiano) oder Mietrückbehalt kommt (beachtlich: die Entschuldigung von Adidas). Die Möglichkeit, Miete wegen der Corona-Pandemie zurückhalten zu können, ohne dass es zur Vertragskündigung kommen kann, gehört zum aktuellen gesetzlichen Maßnahmenpaket.

Eine Rezession wird 2020 wohl unvermeidbar sein. Selbst, wenn Konsum nach dem nachgeholt werden sollte, kann dies für einige Mieter zu spät sein. Einen Nachholeffekt wird es zudem nicht überall geben, sie sind zumindest für Reisen (Messen, Urlaub) und Restaurantbesuche schwer vorstellbar. Ermunternd ist zumindest das aktuelle Umfrageergebnis von PropertyMetrics, demnach US-amerikanische Immobilieninvestoren mehrheitlich ihr Investmentvolumen nicht ändern wollen. Und Professor Tobias Just weist im IREBS-Standpunkt 88 auf hin: „In keinem dieser Länder [= Singapur, Korea und Japan] wurden Immobilien dauerhaft als Anlageklasse in Frage gestellt, nachdem SARS oder MERS in Asien grassierten“. Corona kann jedoch dazu führen, dass sich bestehende Trends wie hin zum Home Office und zum Online-Einkauf verstärken.