Wie blickt die Immobilienwirtschaft in das neue Jahr? Gemäß aktuellem IW-Immobilien-Index des IW Köln überwiegt in der Branche derzeit leicht die Skepsis. Allerdings wird der Ausgangspunkt, die aktuelle Branchenlage, deutlich positiv eingeschätzt – dann wäre Stabilisierung auf hohem Niveau die Erwartung. Nach Sektoren zweigen sich Handel und Wohnen eher pessimistisch, während die Projektentwickler sogar im Saldo leicht positive Erwartungen haben. Für das Wohnsegment bedeutet das einen großen Stimmungsumschwung gegenüber dem Jahresanfang 2019.

Beim jüngsten Deutschen Immobilienfinanzierungsindex (DIFI) von JLL und ZEW befindet sich neben der Erwartung auch die Lageeinschätzung bezüglich Finanzierungen im negativen Bereich. Auch hier zeigt das Segment Handel die schlechtesten Werte, gefolgt wird es vom (im IW-Immobilien-Index nicht vertretenen) Segment Hotel. Als Refinanzierungsinstrument werden die Aktienmärkte eher negativ eingeschätzt, während klassische Bankinstrumente wie Einlagen und Pfandbriefe eher positiv gesehen werden.

Die bisherige Entwicklung der Immobilienpreise ist ein natürlicher Indikator dafür, dass die Branchenlage als positiv eingeschätzt wird. Der Verband deutscher Pfandbriefbanken hatte per Q3 Jahresraten um die 5% gemeldet. Der monatliche Hauspreis-Index EPX von Europace sieht von November 2018 bis November 2019 den Anstieg bei Hauspreisen sogar bei 9,9%:

Quelle: Europace (https://report.europace.de/epx-hedonic/, abgerufen am 2.1.2020)

Den Ansatz zu einer Plateaubildung gab es demnach quasi um jeden Jahreswechsel der letzten Zeit, im weiteren Jahresverlauf ging es dann weiter aufwärts. Die zunehmende Skepsis in der Wohnungswirtschaft treiben insbesondere Regulierungsthemen wie die Mietpreisbremse. Für den Eigennutzerbereich ist dies direkt weniger relevant, indirekt kann es jedoch – eher längerfristige – Effekte geben, wenn etwa Vermieter ihre Wohnungen lieber verkaufen als weiter vermieten.