Der November brachte dämpfende Signale für den deutschen Immobilienmarkt: Der Deutsche Hypo REECOX stagnierte im Q3/2018, während das BF.direkt Quartalsbarometer weiter im negativen Bereich blieb. Auch aus dem Bankenlager wird nun angedeutet, dass aus zyklischen Überlegungen das Risiko bei der Kreditvergabe mehr im Fokus steht.

Nach Objektarten ergibt sich gemäß den aktuellen Q3/2018-Daten des vdp-Immobilienpreisindex‚ ein divergierendes Bild: Wohnimmobilien legten im Vergleich zu Q3/2017 um weitere 7,4% zu, dabei selbst genutzte Wohnungen mit +8,1% stärker als vermietete Mehrfamilienhäuser mit +6,8%. Büroimmobilienpreise stiegen durchschnittlich sogar um +9,6%, während Handelsimmobilien auf ein Plus von 1,5% kamen.

Der Wertanstieg bei Handelsobjekten entsteht dabei aus leicht steigenden Liegenschaftszinssätzen; die Neuvertragsmieten gingen auf Jahressicht hingegen zurück. In den letzten Jahren lagen die Jahresraten bereits typischerweise unter einem Prozent:

Zwar war auch die (europäische) Inflationsrate jahrelang unter dem offiziellen Zielniveau der EZB von unter, aber nahe bei 2%. Über die letzten zehn Jahre wäre jedoch alleine auf Basis der impliziten Wirkung auf den nominalen Umsatz ein höherer Anstieg zu erwarten gewesen, zumal Büromieten typischerweise um 3% bis 4% p.a. zulegten.

Sehr aufschlussreich waren aktuelle Berichte der Immobilien-Zeitung: Die Expansionsbestrebungen der Handelsunternehmen sind eher zurückgegangen, und statt Modeketten und Elektronikmärkten werden Lebensmittelhändler vermehrt zu Ankermietern. Der Strukturwandel insbesondere vor dem Hintergrund des Online-Handels scheint im vollen Gange. Allerdings ist auch ein gewisser statistischer Effekt nicht auszuschließen: Die Umsatzmiete gewinnt an Bedeutung, und möglicherweise beziehen sich veröffentlichte Mieten nur auf die (vorab bekannte) Sockelmiete.