Der Oktober startete traditionell mit der Expo Real in München. Weiterhin sucht Kapital Immobilien als Investment, wobei der Anlagedruck teilweise dazu führt, dass Bankkredite im reduzierten Umfang oder sogar – zumindest erst einmal – gar nicht in Anspruch genommen werden. Für Portfoliomanager scheint sich derzeit weniger die Frage nach Diversifikation zu stellen, da bereits das Identifizieren akzeptabler Objekte eine Herausforderung ist. Diesen Eindruck konnte zumindest aus (Podiums-)Diskussionen auf der Messe gewonnen werden.

Die Performance von Immobilien war in den letzten Jahren ja auch beachtlich. Getragen wurde dies vor allem von der Wertsteigerung durch sinkende Renditen, weniger von den insgesamt vergleichsweise moderaten Mietanstiegen. Ein Blick in den aktuellen VICTOR-Bericht von JLL weist darauf hin:

Die Büro-Spitzenrenditen in den TOP 5 sind in den letzten Jahren um mehr als 2 Prozentpunkte auf nunmehr knapp über 3% gesunken. Ohne diesen Effekt kann Performance nur aus der Miete kommen, und zwar direkt als laufende Einnahme und indirekt über Mietwachstum aus der resultierenden Wertsteigerung. Tatsächlich lag die Q3-Performance bei +1,5% nach 0,8% im Vorquartal.

Auch eine Jahresperformance von ca. vier Prozent erscheint gegenüber der Verzinsung auf einem Sparbuch weiterhin vorteilhaft. Dafür besteht natürlich ein größeres Risiko, etwa in Form von möglichen Preisrückgängen. Auslöser könnten Zinserhöhungen sein – wenn etwa irgendwann eine Reaktion auf steigende Inflationsraten wie in den USA notwendig wird.

Derzeit werden die finanziellen Verhältnisse in der Eurozone immer noch als Sondersituation bezeichnet, in der für Zinsen und Renditen viel mehr Faktoren als die Inflation eine Rolle spielen. Mehrere dieser Faktoren haben Immobilieninvestoren im letzten Jahrzehnt eine ordentlich Performance ermöglicht. Die Performance einfach auf längere Sicht fortzuschreiben fällt jedoch von Monat zu Monat schwerer.