Leo Cremer

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Monat: August 2018

Läuft da was heiß? vdp-Immobilienpreisindices Q2/2018

Im Sommer 2018 boomte das Thermometer – ähnlich sieht es 2018 mit den Immobilienpreisen aus. Aktuelle Daten liefert der vdp-Immobilienpreisindex: Der Gesamtindikator stieg um 8,3% gegenüber dem Vorjahr. Etwas darüber lag der Anstieg im Wohnsegment mit +8,7%, getragen von den Mehrfamilienhäusern mit +9,7%, während Eigentumswohnungen auf +5,3% kamen.

Wird speziell auf Mehrfamilienhäuser in den deutschen TOP-7 geschaut, lag der Wertzuwachs bei +11,2% seit Q2/2017. Der Zuwachs im Jahr davor (also von Q2/2016 auf Q2/2017) betrug beachtliche +14,7%. Die Neuvertragsmieten in den TOP-7 stiegen hingegen „nur“ um 5,2% auf Jahressicht (nach +6,3% in den vier Quartalen davor). Preistreiber bleibt damit der gesunkene Liegenschaftszinssatz, also die implizite Rendite- und Wachstumserwartung der Käufer.

Für Gewerbeimmobilien belief sich der Preisanstieg über die vorausgegangenen vier Quartale auf 7,1% und liegt damit leicht höher als davor (+5,4% für Q2/2016 auf Q2/2017). Büros kamen auf +9,2% Preisanstieg (an den Top-Standorten gemäß VICTOR im Q2/2018: +9,3% Wertanstieg), während Handelsimmobilien +3,1% aufwiesen. Die Neuvertragsmieten im Handelssegment lagen mit +1,0% dabei sogar unterhalb der Inflationsrate.

Die puren Zahlen legen nahe, dass Immobilieninvestments in der vergangenen Zeit zumeist Freude gemacht haben. Seit mittlerweile sieben Jahren übersteigt die Preisdynamik jene der Mieten allerdings merklich. Ein weiterer Rückgang der (Nettoanfangs-)Renditen wird allerdings mittlerweile nicht mehr erwartet. Damit dürfte die bisherige Preisdynamik langsam ein Ende finden – wie der heiße Sommer ebenfalls.

Monthlitor Juli 2018

Erste Daten zur Entwicklung der Immobilienwerte im Q2/2018 kamen von Jones Lang LaSalle: Der Büroindex VICTOR legte auf Jahressicht um 9,3% zu. Von dieser Total Performance entfielen 3,4 Prozentpunkte auf das laufende Ergebnis (NIY = Net Income Yield) und 12,7 Prozentpunkte auf die Wertsteigerung. Das 2. Quartal 2018 selbst verlief mit +0,8% Performance verhalten; diese dürfte damit nur aus dem laufenden Ertrag gekommen sein.

Die großen Maklerhäuser hatten für 2018 ein gewerbliches Investmentvolumen von 50 Mrd. € oder etwas darüber prognostiziert. Zum Halbjahr ist davon bereits gut die Hälfte tatsächlich realisiert worden:

BNP Paribas Real Estate zählte 26,1 Mrd. € bei deutlich mehr Einzeldeals.

Catella beobachtete 25,5 Mrd. € Investments, bestimmt von großvolumigen Einzelobjekten.

Colliers sieht den Umsatz bei 25,1 Mrd. € knapp unter dem Vorjahresrekord.

Jones Lang LaSalle kommt auf 25,6 Mrd. € mit Fokus auf die TOP-7.

Savills sah Transaktionen über 25,23 Mrd. € vor allem bei Büroobjekten.

Allgemein wird kein weiterer (merklicher) Rückgang der Nettoanfangsrenditen erwartet.

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